Die Spedition der Zukunft – denkt digital!

, g,. Dezember Frei

Wenn „Klassiker“ und „Newcomer“ gemeinsam zum Oberthema Digitalisierung auf der Bühne sitzen, verspricht das gerade in Deutschland oftmals hitzige Diskussionen. Ganz anders verlief jedoch die DVWG-Veranstaltung im Digital Hub Logistics unter dem Titel „Die Zukunft der Spedition“. Bert Manke (CMO beim Startup Cargonexx) und Dirk Graszt (CEO bei der Hary AG) stellten für ihr Tagesgeschäft erstaunlich viele Gemeinsamkeiten fest, nur der Blick in die Zukunft unterscheidet sich.

Manke beschrieb in seinem Referat das rasante Wachstum von Cargonexx – aktuell kann im Netzwerk über 60.000 LKW verfügt werden, bis Jahresende sollen es gar 100.000 sein. Dank sorgsam programmierter Algorithmen weiß Cargonexx frühzeitig über Engpässe – Feiertage in Deutschland oder Ferien in den Nachbarländern – Bescheid und kann entsprechend sein Pricing anpassen. Netter Nebeneffekt der digitalen Lösung – Leerfahrten lassen sich dadurch ebenso vermeiden wie auch CO2 einsparen. In Zukunft will Cargonexx seinen Partnern Aufträge von Montag bis Freitag garantieren und sich auf Standard- und Massenlösungen konzentrieren – sehr zur Freude von Spezialisten wie beispielsweise der Schwerlastlogistik.

Graszt schlug in seinen Ausführungen in nahezu dieselbe Kerbe: Sein Unternehmen ist bereits Kunde bei Cargonexx und auch er und seine Vorstandkollegen sehen die Notwendigkeit, digitale Lösungen im Betriebsablauf zu etablieren. Hary setzt schon seit Jahren auf Telematiklösungen und entwickelt diese auch selbst. Viel schwerer wiegt für das Unternehmen jedoch der akute Fahrermangel (50.000 hören pro Jahr auf – nur 10.000 kommen seit dem Aussetzen der Wehrpflicht noch nach). Ein weiterer Fokus liegt auf der Erprobung alternativer Kraftstoffe (LNG, Brennstoffzelle). Graszt glaubt, dass Speditionen auch in Zukunft wichtig bleiben – immer dann, wenn besondere Lösungen gesucht werden müssten.

Marian-Maximilian Martens zeigte dann in einem kurzen Impuls, welche Erkenntnisse M-Tribes aus der Zusammenarbeit mit Startups und etablierten Unternehmen gewonnen hat. Einerseits geht es darum, die jungen Unternehmen zu fordern, aber nicht zu vereinnahmen. Das Ziel muss klar sein, dass „Wie“ sollte aber frei gewählt werden können. Zudem sind Schnelligkeit und Effizienz das A und O bei der Etablierung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle im Markt. Abschließend warf Dr. Jan C. Rode von der Logistik-Initiative Hamburg ein kurzes Schlaglicht auf das Projekt „Start-up Logistik Radar“, welches junge und etablierte Unternehmen in Innovationsprojekten zusammenführen möchte. Karl-Heinz Piotrowski von der Digital Hub Logistics GmbH gab zudem Details zum geplanten Auftritt beim ITS-Weltkongress in Kopenhagen und einer Startup-Reise nach Dubai und Singapur bekannt.